Heute gehört das Gänseliesel zu den bekanntesten Wahrzeichen Göttingens. Doch der Brunnen und seine Figur haben eine längere Vorgeschichte.
Der Brunnen vor dem Gänseliesel
Schon lange bevor das Gänseliesel auf dem Marktplatz stand, befand sich an dieser Stelle ein anderer Brunnen.
Im 18. Jahrhundert schmückte ein Löwe als Zeichen der Stadtrechtsverleihung den Marktbrunnen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde er entfernt – zurück blieb zunächst nur eine schlichte Fontäne.
Ein Wettbewerb für einen neuen Brunnen
Ende des 19. Jahrhunderts plante die Stadt einen neuen Brunnen für den Marktplatz. 1898 schrieb der Magistrat einen Wettbewerb aus. 46 Entwürfe von Künstlern und Architekten wurden eingereicht. Darunter befand sich auch der Entwurf eines Gänsemädchens – das spätere Gänseliesel.
Nur Platz zwei – und trotzdem gewonnen
Der Entwurf des Architekten Heinrich Stöckhardt und des Bildhauers Paul Nisse erhielt zunächst nur den zweiten Preis.
Der Jury erschien das Mädchen zu klein und zu schlicht. Doch viele Göttingerinnen und Göttinger fanden gerade diese Bescheidenheit besonders sympathisch.Schließlich entschied sich der Magistrat, den zweitplatzierten Entwurf umzusetzen.
Ein stiller Start für ein Wahrzeichen
Am 8. Juni 1901 wurde das Gänseliesel auf dem Marktplatz aufgestellt – ganz ohne große Einweihungsfeier.
Heute, mehr als 125 Jahre später, ist aus dem einst unterschätzten Entwurf das wohl bekannteste Wahrzeichen Göttingens geworden.
Bilder: Fotoarchiv Städtisches Museum
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